Fotografie: Mit dem Teleobjektiv über den Friedhof.

Hallo Freunde des belichteten Sensors.

Ich liebe Friedhöfe. Sie sind für mich Orte, wo ich zur Ruhe kommen kann. Der Tod, der zwar allgegenwärtig ist, senkt dabei nicht meine Stimmung. Für mich gehört dieser zum Leben dazu und hat den Vorteil, dass keiner, egal wie mächtig und reich er/sie ist, sich nicht davon freikaufen kann. Für mich ist es nur eine Erinnerung an die Endlichkeit des persönlichen Seins und regt zur Überlegung an, was ich noch Sinnvolles machen könnte.

Gestern bin ich auf einem Bergfriedhof in unserer Nähe unterwegs gewesen. Aufgabenstellung war, alle Fotos müssen mit dem Olympus 75-300mm Teleobjektiv gemacht werden, ohne Ausnahme!

Die Klassiker auf jedem Friedhof sind die für mich kitschiegen kleinen weißen Engel. An manchen Gräber sind diese sehr dominant verteilt. Wenn ich dann mal einen davon fotografiere, mag ich es, wenn dieser teilweise im Schatten steht, oder durch seine Art aus der breiten Masse heraussticht.

Das folgende Figuren-Set war an einem Grab, wo ein altes Ehepaar innerhalb von drei Monaten verstorben ist. Es stand etwas versteckt und brachten bei mir den Gedanken, dass wir uns daran erinnern sollten, wie sie gelebt haben und nicht wie sie gestorben sind.

Ich finde es auch schön, wenn an Gräbern in irgendeiner Form vermittelt wird, wofür diese Person im Leben gestanden hat. Mit was man sie also in Verbindung bringt.

Bei den Wänden mit den Urnengräbern gibt es hin und wieder noch leere Stellen,. Dort sammeln sich oft Kleinteile an, wie ihr in den zwei folgenden Fotos sehen könnt. Dabei ist mir wieder einer dieser kleinen weißen Engel aufgefallen. Die Gesichtszüge sind dabei nicht unbedingt freundlich oder tröstend, oder sehe ich das falsch?

Ganz zum Schluss möchte ich euch noch ein ganz anderes Foto zeigen. Ein Foto das vor Leben nur so gesummt hat. An einer der Wasserstellen, wo man sich das Wasser für die Grabpflege holen kann, war ein Summen und Brummen zu hören. Viele Honigbienen haben sich dort versammelt, um die sich an den Tropfen des kühlen Nass zu erfrischen. So nah sind Leben und Tod beisammen.

Ich hoffe diese kleine Fotoreise hat euch gefallen und ich werde sicher noch den einen oder anderen Friedhof besuchen, das steht fest.

6 Antworten auf „Fotografie: Mit dem Teleobjektiv über den Friedhof.“

  1. Sehr stimmungvolle Bilder.
    Richtig gut gefällt mir auch das Bild mit den Rosen, leicht vertrocknet, zeigen sie wunderbar die Vergänglichkeit des Lebens. Zum verweilen und Bilder machen sind Friedhöfe wirklich ein besonderer Ort. Ich mag sie auch sehr und je älter umso mehr regen sie die Phantasie an.

  2. Hi Holger,
    interessante Aufgabe, nur mit dem 300 mm Objektiv auf einem Friedhof zu knipsen. Friedhöfe habe was und vor allem, hier auf der Insel hättest Du einige nette Objekte vor der Linse.

    Gruss Markus

    1. Moin Markus. Also bei euch ist für mich das Friedhofparadies, wenn man es so nennen kann. 🙂

      Würde gerne mir meiner Frau noch mal auf die Insel, aber das lässt unser Budget als Rentner nicht mehr zu.
      Bin aber dankbar einmal Éire vor Jahren gesehen zu haben.

      Gruss

      Holger

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