Fotografie

Fotografie: Olympus, aus der Vergangenheit in die Zukunft, oder der letzte Versuch.

Hallo Freunde des belichteten Sensors.

Da bekanntlich nicht alle meinen Podcast (Link) hören, sondern eher dem geschriebenen Wort zugewandt sind, versuche ich hier mal die Folge 19 in Wort und Schrift niederzuschreiben.

Wer mich kennt, weiß das ich „Master Of The Kamerawechsel“ bin. Doch nun ist etwas geschehen, das sich anders anfühlt als die Kamerawechsel bisher. Ich versuche das mal in Worte zu fassen.

Hier erst einmal die letzten 2 Kameras die in meinen Besitz waren. Da wäre zum einen die Panasonic S1R, eine Vollformatkamera mit stolzen 47 Megapixeln. Sie ist schon ein Gerät mit immerhin 1Kg Gewicht ohne Objektiv. Doch durch unseren Urlaub in Hamburg (Link) habe ich bemerkt, wie ungern ich sie genutzt habe. Sie blieb halt im Rucksack, während ich Fotos mit dem Smartphone gemacht habe, so kam dann auch der Gedanke etwas Kleiners muss her.

Eine Nikon Z50 löste dann die Panasonic ab. Eine kleine, trotzdem griffige APS-C Kamera. Hatte da etwas „Probleme“ mit dem Menu aber ansonsten eine passable Kamera. Doch gerade in diesen Tagen mit der Z50 hatte ich ein wirkliches Formtief. Ich sah nicht mehr den Sinn in dem Hobby Fotografie. Irgendwie war die Luft raus.  Doch wenn das Hobby Fotografie zu Ende geht, was kommt dafür als Ersatz? Ich machte mir da schon Sorgen, denn die Fotografie hatte bis dahin einen großen Stellenwert in meinem Leben. Was für ein Hobby, könnte diese Lücke ausfüllen war die Frage.

Was aber auch in meinem Kopf rumschwirrte, was mir beim Fotografieren fehlte, das ich mir Gedanken machte, damit aufzuhören. An der Kamera kann es wohl nicht liegen, oder vielleicht doch? Was fehlte mir, um wieder freudig und glücklich zu fotografieren?

Ich erinnerte mich an die Zeit wo ich mit Hilfe der Kamera Berichte über meine Depression mit Fotos „sichtbarer“ zu machen. So dass auch Menschen, die sich nicht mit dem Thema auskennen, es besser verstanden, was in einem Menschen mit Depressionen passiert. Außerdem fotografierte ich gerne Detailaufnahmen, von den verschiedensten Dingen. Dazu kam noch etwas Makrofotografie. In dieser Zeit blühte das Hobby Fotografie richtig auf.  

Was dann passierte und sicher nicht nur mir, man hörte auf andere Fotografen, die bei YouTube unterwegs waren und teilweise auch heute noch sind. Damals war ich bezüglich Technik usw. noch Grün hinter den Ohren. Was ich immer wieder zu hören bekam war das Kameras mit Vollformatsensoren die Besten auf den Markt sind. APS-C wurde etwas missbilligend noch akzeptiert, aber MFT geht ja mal gar nicht. Wer als Fotograf ernst genommen werden will, braucht eine Kamera mit Vollformat, Punkt.

Bis dahin habe ich nun mit diversen Olympus-Kameras gearbeitet und mit ihnen auch das Fotografieren erlernt. Ich war sogar mal knapp zwei Jahre nur mit einem Objektiv unterwegs unter dem Motto: „Ein Mann, eine Kamera, ein Objektiv, viele Möglichkeiten.“

Doch sobald ich Videos auf YouTube mir anschaute, wurde mir suggeriert, das MFT-Sensoren nix taugen. Allein der fehlende Dynamikumfang wie auch die Low-Light Perfomance, da würde jede MFT-Kamera abstinken. Und das Schlimme an der Sache, ich glaubte diesen „Experten“.

Damit finge meine Reise an und ich versuchte mit immer anderen Kameras bessere Bilder zu machen, was aber schlussendlich nicht wirklich funktionierte. Die Kameras, die ich dann in den nächsten Jahren in meinem Besitz gekommen sind, waren alle gut. Aber ich konnte mit ihnen nicht da anschließen, wo ich mit MFT aufgehört habe. Ich kümmerte mich nur noch um die Technik. Was kann die eine Kamera besser als die andere? Dabei übersah ich völlig meine persönlich Art der Fotografie, die ich mit Olympus gemacht hatte. Die neuere Technik war wichtiger als ein schönes Motiv oder die Gestaltung des Bildaufbaus. Technik, Technik und nochmal Technik. Auf der Strecke blieb das eigentlich Hobby Fotografie, denn es ging fast nur noch um Kameras und deren Sensorgröße und den Dynamikumfang.

So vergingen Jahre in denen ich andauernd eine neue bzw. gebrauchte Kamera mir zugelegt habe. Aber schnell wurden diese mit Technik vollgestopften Dinger irgendwie langweilig für mich, da ich mit ihnen zwar Fotos schießen, aber keine Geschichten zum Foto erzählen konnte. Ich hatte diverse Vollformatkamera, wie auch einige die einen APS-C Sensor nutzten. Dabei war es auch völlig egal von welchem Hersteller die Kamera war, das hat mich nie interessiert. Manche Kameras hatte ich einige Monate, andere Kameras wurden schon nach 10 Tage zurückgeschickt. Wie gesagt, das ging über mehrere Jahre so.

Jetzt nachdem ich die Panasonic die einen 47 Megapixel-Vollformatsensor besitzt verkauft und mir die Nikon Z50 geholt habe, brach diese unendlich scheinende Kamera-Reise für mich zu Ende zu gehen. Ich hatte keine Lust mehr zu fotografieren, dabei war mir es au8ch völlig egal was der aktuelle Kameramarkt gerade anbietet. So „knipste“ ich etwas rum mit der Nikon, aber sie wurde dann schnell an die Seite gelegt. So schien das Ende vom Hobby Fotografie für mich eingeläutet zu sein. Auch die Nikon sendete ich an den Händler zurück, und zurück blieb ich … ohne Hobby.

Denn wenn ich ehrlich bin brauche ich keine Megapixel-Monster. Da ich meiFotos ausschließlich online zeige wie auf meiner Webseite oder Mastodon, muss ich die Originalfotos runter rechnen damit die für das Web passend sind. Mal ganz ehlich, wo bleiben dann die Dynamik, oder die Megapixel?

Die nächsten Tage versuche ich rumzubekommen, ohne dass ich mir deswegen große Gedanken zu machen. „Es ist wie es ist.“ sagte ich mir immer wieder. „Da kommt sicher was anderes, womit du dir deine Zeit vertreiben kannst.“

Die Tage vergingen und ich dachte an die „gute Zeit“ die ich mit den Kameramodellen von Olympus hatte. Zu fast jedem Foto entstand eine kleine Geschichte. Damals war auch die Zeit wo mein kleine Begleiter, ein kleiner Teddybär, mich immer wieder dazu brachte auch Geschichten über und mit ihm zu erzählen. Die passenden Fotos unterstrichen diese Geschichten. Auch meine nicht so schönen Geschichten über meine Depression waren mit dem jeweiligen Foto viel verständlicher.

So kam ich auf den Gedanken nach vielen Jahren mir wieder eine Kamera von Olympus zu kaufen. Ich habe mich da für das letzte Modell entschieden das von Olympus gefertigt und vertrieben wurde, die Olympus OM-D EM1 Mark III. Dazu kam das Objektiv, auch von Olympus, das 12-40mm F2.8 Pro. Dieses Objektiv war damals das, was ich fast 2 Jahre ausschließlich genutzt hatte. Es ist ein letzter Versuch das Hobby Fotografie neu zu beleben. Ob mir das gelingt, weiß ich noch nicht.

Die Zeit wird zeigen, ob ich wieder da ansetzen kann, wo ich mich von Olympus getrennt habe. Eine Zeitreise aus der Vergangenheit in die Zukunft steht mir bevor.

4 Kommentare

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    Jürgen Libertus

    Hallo Holger,
    Ich habe es doch gewusst, ich verfolge deinen Kameramarkenweg schon recht lange, habe aufmerksam mit gelesen. Aber bei einem war ich mir stets sicher, der Holger und Olympus – das passt. Ich hatte vor einiger Zeit schon mal geschrieben, das du irgendwann wieder bei einer Olympus landen wirst. Nie empfand ich deine Begeisterung über eine Kameramarke so gross wie bei den Olympus, nicht das du mit anderen Marken keine guten Fotos gemacht hättest, aber sie waren nie deine Marke.
    So war und ist mein Eindruck.

    grüße,
    Jürgen
    P.S. Mit der Hoffnung das du meiner Fotobubble erhalten bleibst.

    • Holger

      Holger

      Vielen Dank lieber Jürgen
      und ja die Olympus fühlt sich gut an. War ruck zuck wieder im Menu und konnte schnellstens alles so einstellen wie ich möchte. Nun kommt es darauf an was ich fotografieren werde und ob es hier und da vielleicht dazu eine Geschichte entsteht.

      Gruß
      Holger

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    Mai Quynh (maipenquynh)

    Hallo Holger,
    Ich bin erst seit ein paar Posts hier Leserin und hoffe ich trete dir nicht irgendwie zu nah.

    Ich weiß nicht, ob ich es so wie du empfinden kann, aber die Sorge, dass ein Hobby weiterzieht, kann ich mir vorstellen. Die mögliche Lücke ist beängstigend. Dennoch hoffe ich, dass du auf dem ein oder anderen Weg (mit oder ohne Kamera) deinen Weg gehen wirst! Mit Sorge, aber vielleicht auch ein Fünkchen auf Platz im positiven Sinne – Platz für ein anderes Interesse.
    Dir alles Gute! – Mai Quynh

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