Depression: … und plötzlich kamen die Tränen.

Gestern Abend ging es mir etwas besser. Würde es so mit negativen 70% beziffern.

Nachdem ich meine Nachtmedikation erhöht habe (mit Absprache des Arztes), konnte ich auch etwas besser/länger schlafen.

Ich bin dann heute so gegen 6:30 Uhr aufgestanden. Und die negativen 70% waren auch noch da. Ich war froh, dass es nicht wieder schlimmer geworden ist. Doch dann … einfach so aus dem Nichts, liefen mir plötzlich Tränen herunter. Ich fing an zu Weinen an ohne ersichtlichen Grund. Und in wenigen Augenblicken waren aus den negativen 70% Minus 90% geworden.

Es wollte gar nicht mehr aufhören. Keine klaren Gedanken waren möglich. Alles wurde wieder sinnlos und das verstärkte die Tränen noch mehr. Warum weinte ich nur? Ich legte mich auf die Couch und fiel nach einer Zeit der Tränen, in einen kurzen traumlosen Schlaf.

Als ich wieder aufgewacht bin spürte ich die Feuchtigkeit der Tränen auf meinem Kissen, doch dieses Mal fing ich nicht wieder zu weinen an.

Tropfen

Ich stand auf und versuchte mich abzulenken, was halbwegs funktionierte. Doch noch immer versuche ich rauszufinden, warum ich geweint habe. Doch darauf habe ich noch keine Antwort für mich gefunden. Ich bin zwischenzeitlich wieder bei den negativen 70% angekommen. Wie es weiter geht, keine Ahnung.

Die Tränen zeigten mir, das noch vieles im Argen liegt bei mir und ob dieses jemals vollständig geklärt werden kann, das bezweifle ich, nach über 10 Jahren Therapie. Es läuft wohl darauf hinaus, mit dieser Krankheit leben zu lernen.

Eine Antwort auf „Depression: … und plötzlich kamen die Tränen.“

  1. Hallo Holger,

    Aus dem Nichts zu weinen, das kann passieren. Nur zu weinen hat mir immer geholfen, danach fühlte ich mich besser (oder ich hatte zu intensiv geweint und dann Kopfschmerzen gehabt). Dass du dich danach nicht besser gefühlt hat, sondern umgekehrt, ist natürlich bedauerlich.
    Zu lernen mit dieser Krankheit zu leben, ja, ich denke, das ist gut.
    Ich bin Therapie-müde geworden, es war Zeitverschwendung für mich. Aber ich hoffe, du bekommst die richtige Therapie und die richtigen Medikamente. Weil da sind doch viele Leute geholfen mit Therapie und Pillen.
    Vielleicht kann dir dein Glaube auch helfen. (Ich habe keine Erfahrung damit.)

    Nochmals wünsche ich dir liebe Grüße und viel Kraft für dich und deine Familie.

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