Depression: Aktuelle Situation

Der aktuelle Status bei mir zeigt mir, dass ich es nicht länger mit einem depressiven Schub zu tun habe, sondern dass sich dieser zu einer depressiven Episode erweitert hat. Woran ich das erkenne? Ganz einfach, ein depressiver Schub verschwindet in der Regel nach wenigen Stunden wieder. Wenn er das nicht tut, sondern sich richtig festsetzt, dann ist es eine Episode, die auch länger anhalten kann. Manchmal sind es Tage, oder Wochen. Es können aber sogar Monate sein, in denen ich selten mal an die Oberfläche der „Normalität“ komme.

Damit einher gehen Selbstzweifel, ein nicht vorhandener Selbstwert, alles und jedes wird negativiert. Keine Konzentration mehr, geschweige denn eine gewisse Form von Belastbarkeit. Der Tag fängt an, der Tag geht zu Ende, dazwischen sind nur negative Gedanken, aber keine Gefühle mehr. Weder Liebe noch Zuneigung, oder auch Ärger und Frust sind da. Alles ist nur noch ein dunkler Raum, in dem man in der noch dunkleren Ecke sitzt und nur noch diesen dunklen Gedanken nachgeht.

Heute bin ich nach nur 3 Stunden Schlaf gegen 4 Uhr morgens aufgestanden. Etwas hat mich aus dem Bett getrieben. Ich bin hellwach, obwohl ich erst gegen 1 Uhr ins Bett gegangen bin. Ich bin wach, aber habe keine Motivation etwas zu machen. Ich surfe lustlos im Internet, bleibe ab und zu bei unsinnigen YouTube-Videos hängen. Ich schaue nach was ich wohl für mein Kamera-Equipment bekommen würde. Das ich dabei ein Verlustgeschäft machen würde, ist mir egal.

Gleichzeitig überlege ich mir, meine beiden Webseiten vom Netz zu nehmen und zu löschen. Besonders die Webseite „Fotografie gegen Rechts“ hat seit Wochen keinen Besucher mehr, an Teilnehmer ist dabei gar nicht zu denken. Ist doch dann sinnbefreit diese noch weiter zu betreiben. Meine Hauptseite „Fotografie und Depression“ hat zwar Spaß gemacht, aber nachdem ich von Twitter zu Mastodon gewechselt bin, sind die Besucherzahlen auch hier stark eingebrochen. Sicher, man könnte argumentieren solange es Spaß macht, einfach weiter machen. Aber das wäre wie, wenn man einem Maler oder Schriftsteller sagen würde, solange es Spaß macht, aber wenn man es online stellt, möchte ich eigentlich auch das meine Fotos gesehen und meine Texte gelesen werden. Sonst brauche ich es nicht online stellen, oder?

Als Depressiver bin ich sowieso nur Ballast für die Gesellschaft und auch Ballast für meine Familie. Ich kann nichts, ich bin nichts, also warum weiter machen?

Wieder bereitet sich die Sinnlosigkeit aus und der Selbstzweifel treibt mich immer wieder in diese dunklen Gedanken hinein. Macht alles keinen Sinn. Wie es weiter geht, ist völlig unklar.

Ich gehe jetzt eine rauchen und schau nach draußen in eine Welt, zu der ich nicht gehöre.

2 Antworten auf „Depression: Aktuelle Situation“

  1. Hallo Holger,
    Was soll ich schreiben, leider muss ich immer wieder lesen, wenn dich der schwarze Hund erwischt. Meine ersten Gedanken sind dann meist deine Löschfunktion zu deaktivieren und das irgendwer deinen Kamerakram versteckt, bis er wieder in seinem Zwinger steckt.
    Grüsse aus der Welt, in die du gehörst.
    Jürgen

  2. Moin Holger,

    Ich erkenne sachen die du erwähnst, ich kann verstehen dass du dich nicht heim fühlt in diese Welt. Das Gefühl ist das so bedrückend. Ich kann nur sagen dass ich für dich hoffe, dass der schwarze Hund bald wieder fort ist. Bis dahin wünsche ich dir und deine Familie viel Kraft.

    Alles Gute und liebe Gruß, Madelief

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