Depression: Der letzte Abend

Es war spät geworden, als der alte Mann seine Brille abnahm und sie auf den Stuhl legte.

Ein ganzer Tag neigte sich dem Ende zu und er war nur noch müde.

Hat er doch durch diese Brille, das Ende der Welt gesehen. Egal wo er hinschaute, der Untergang wurde immer deutlicher für ihn. Seine Gedanken schweiften noch mal zu den Bildern und Texten, die er gesehen und gelesen hatte. Krieg, Hunger, Flüchtlinge, Klima, alles Worte die täglich zu lesen waren. Doch hat sich irgendetwas geändert? Er schüttelte nur müde den Kopf. Er wusste das der Mensch, ihn eingeschlossen, sich nicht ändern würde.

Nein, er stellt sich sicher nicht über diese Dinge, da er selber ein Teil von diesem System ist.

Bittere Tränen liefen an seinem Gesicht herunter, weil ihm die Ausweglosigkeit wieder neu bewusst wurde. Aus der Ausweglosigkeit wurde Hoffnungslosigkeit und wenn die sich festigt, warum sollte er am nächsten Morgen noch mal diese Brille aufsetzen? Er fand darauf keine Antwort und legte sich hin. Die Bilder des Tages entließen ihn in die Nacht. 

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