Depression: Kein Schatten ohne Licht.

Es war ein normaler Morgen, hätte er sein können, war er aber dann doch nicht.

Ich bin aufgestanden und die dunklen Wolken waren schon da, ich hatte noch nicht mal richtig die Füße aus dem Bett als schon die Stimme in meinem Kopf mir meine Wertlosigkeit vorwarf.

Ich zog mich an und holte mir den ersten Kaffee des Tages. Die Stimme begleitete mich.

Im Laufe des Vormittages wurde die Stimme immer lauter und ich sagte meiner Frau das es mir nicht gut geht. Sie sagte, dass sie das längst bemerkt hat und dass sie mich liebt. Mehr gab es nicht zu sagen.

Draußen schien die Sonne und sie lud ein, in die Natur zu gehen. Doch es waren schon längst Bretter vor meinem innerlichen Fenster genagelt worden, so dass dieser Sonnenschein nicht mehr zu mir durchdrang. Im Raum, in dem ich mich befand, gab es zwar diffuses Licht, aber die Schatten auf meiner Seele wurden immer größer. Denn die Stimme war laut und lies nichts Positives zu.

Am Nachmittag musste ich dann doch raus, freiwillig wäre ich nicht gegangen. Meine Frau musste aber zum Arzt und kann derzeit wegen einem Bandscheibenvorfall selbst nicht Auto fahren. Auf unsere Fahrt zum Arzt sah ich eine Hausecke und stellte mir vor das diese eigentlich gut geeignet wäre mit hohem Tempo und nicht angeschnallt …   Keine Panik, ich würde es nicht machen. Aber mir bereitet der Tod als endgültige Konsequenz halt keine Angst. Wer nun meint das ich in solchen Momenten an meine Frau und meine Kinder denken sollte, hat nicht verstanden was eine schwere Depression ausmacht.

Beim Arzt angekommen ging meine Frau in die Praxis, während ich draußen wartete. In der Stadt war es laut, Menschen gingen vorbei, redeten laut mit ihrer Begleitperson oder in ihr Smartphone. Ich ging einige Schritte weiter und fühlte mich völlig deplatziert. Die Autos, die Menschen, alles war für mich nicht wirklich real. Ich sah den Schmutz auf den Straßen und wollte eigentlich nur noch weg. Doch ich musste es aushalten, nicht gewollt, aber trotzdem.

Nachdem meine Frau aus der Arztpraxis herauskam, fuhren wir wieder nach Hause, wo ich mich sofort auf die Couch legte und die Augen schloss. Nichts virtuelles sollte mich weiter belasten. Die Stimme in meinem Kopf redete weiter. Am Abend nahm ich früher als gewohnt meine Medikation ein und konnte dank ihr auch schlafen.

Am heutigen Morgen geht es mir besser, nicht gut, aber besser.

Eine Antwort auf „Depression: Kein Schatten ohne Licht.“

  1. Guten Morgen mein Freund. Ich denke an Dich und wünsche Dir alles Gute. Dir und deiner Frau gute Besserung ! 💚

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