Warum (m)eine Depression auch an körperlichen Erkrankungen Schuld hat:

Die Depressionen im Kopf entstehen und sich dort auswirken, dürfte wohl jedem klar sein. Doch darüber hinaus ist meine Depression auch für verschiedene körperliche Erkrankungen verantwortlich.

Da wäre als Erstes mein Blutdruck und mein Puls zu nennen. In den Anfangsjahren wurde ich mehrfach wegen Verdacht eines Herzinfarktes in eine Herzklinik aufgenommen. Die Symptomatik war eindeutig. Starkes Druckgefühl auf dem Brustkorb. Rasenden Puls (180 und höher), erhöhter Blutdruck (180 zu 120 und höher) sowie Strahlungsschmerzen im linken Arm.

Dort wurden dann diverse Untersuchungen gemacht wie Herzkatheder legen, Ultraschall usw… am Ende wurden keine Schäden oder Auffälligkeiten gefunden, die mit einem Herzinfarkt in Frage kämen. Ich wurde dann nach einigen Tagen der Beobachtung wieder entlassen.

Diese Situationen wiederholten sich immer mal wieder. Bis man festgestellt hat das diese immer im Zusammenhang mit einem depressiven Schub passierten. Nie bei einer depressiven Episode (der Unterschied ist hier erklärt: Link). Solche Dinge und weitergehende Untersuchungen ziehen sich natürlich zeitlich hin. Was ich hier in wenigen Sätzen beschrieben habe ging über Monate, Jahre.

Zwischenzeitlich bin ich passend mit Medikamenten eingestellt (was auch lange gedauert hat), so das ich seit einigen Jahren keine solche Symptome mehr hatte.

Die nächste körperliche Geschichte ist die sogenannte Binge-Eating-Störung. Dabei verliert man die Kontrolle über sein Essverhalten. Da beim Essen sogenannte Glückshormone ausgeschüttet werden, ist der unkontrollierte Gang zum Kühlschrank wie eine Droge. Immer wiederkehrende Essanfällen (Fressattacken) begleiten den depressiven Schub und langfristig die depressive Episode.

Meine letzte depressive Episode ging ca. 6 Wochen, in denen ich 7kg an Gewicht zugenommen habe. Zwischenzeitlich habe ich von den 7 Kg wieder 4 Kg runter, da es mir im Moment psychisch besser geht.

Im Zusammenhang mit der Binge-Eating-Störung kommt noch ein hoher Zuckerwert, was anhand der Gewichtszunahme zu erwarten ist. Mein Langzeitzuckerwert (HbA1c-Wert) lag vor 6 Monaten bei 6,1. Gestern habe ich den aktuellen Wert erhalten, der auf 9,4 explosiv angestiegen ist. Das lag an diesen 6 Wochen der depressiven Episode im Zusammenspiel mit der Binge-Eating-Störung. Wie ihr nun seht, ist (m)eine Depression nicht nur eine Sache, die nur im Kopf abläuft, sondern zu starken körperlichen Einschränkungen führt.

Das durch das erhöhte Körpergewicht und der mehr oder weniger nichtvorhandenen körperlichen Bewegung durch die Depression, sich natürlich zusätzlich Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen ansammeln, ist fast eine weiter logische Folgerung.

So sieht man das mit (m)einer Depression noch viel mehr Belastungen einhergehen, als man vermutet. Das diese körperlichen Beschwerden nicht gerade förderlich sind, um aus einer depressiven Episode schneller heraus zu kommen, dürfte wohl klar sein.

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