Fotografie und Depression, oder warum ich nicht in einer Fotogruppe unterwegs sein werde.

Heute war ich mit meiner Frau im nahen gelegenen Stadtpark unterwegs. Es war kurz nachdem dieser geöffnet hatte, dadurch waren nur wenige Besucher auf dem Gelände die sich gut verteilt haben. So war ich meistens ungestört beim Fotografieren.

Doch obwohl wenige Besucher dort waren schaute ich mich immer um. Das Gefühl des „Beobachtet werden“ kam immer wieder hoch. Das widerum kommt von meiner Erkrankung (PTBS + Depressionen).

„I See You!“

Wenn ich fotografiere, möchte ich allein sein. Das klappt je nach Ort nicht immer, aber ich versuche das blöde Gefühl so gering wie möglich zu halten. Doch ich versuche auch mich selbst zu fordern, indem ich versuche in der Innenstadt eines Ortes Fotos zu schießen. Da halte ich es aber nur kurze Zeit aus. Von z.B. Streetfotografie bin ich Galaxien entfernt. Muss auch nicht sein, sage ich mir dann.

Auch wenn ich draußen in der Natur unterwegs bin, versuche ich Spaziergängern aus dem Weg zu gehen. Wenn ich ganz allein bin, komme ich zur inneren Ruhe und das wirkt sich meistens auf meine Fotos aus. Ich nehme mir Zeit und fühle mich nicht getrieben den Platz, wo andere Menschen sind, fluchtartig zu verlassen.

Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen mit anderen Menschen in einer Fotogruppe in einer Stadt unterwegs zu sein. Die Menschen in der Stadt reichen schon für einen Fluchtreflex. Jetzt noch mit einer Gruppe Fotografen/innen zusammen, das bekomme ich eine Panikattacke, die sich echt gewaschen hat und bin weg vom Fenster.

Mit ein, oder zwei Freunden geht das Ganze schon, aber auch nur wenn jeder frei sich bewegen und fotografieren kann, also ohne eine feste Vorgabe. Das funktioniert. So schaut es also bei mir aus, wenn ich draußen unterwegs bin. Ich arbeite weiter an diesem Thema.

6 Antworten auf „Fotografie und Depression, oder warum ich nicht in einer Fotogruppe unterwegs sein werde.“

  1. Da haben wir was gemeinsam, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. 😊

    Ich bin „Single-Tasker“. Ja, ich kann auch fotografieren, wenn ich mit anderen zusammen unterwegs bin, aber ich merke regelmäßig, daß ich dann weniger und schlechtere Fotos mache. Denn die anderen Personen verlangen ja auch nach meiner Aufmerksamkeit, und damit hat die Umgebung automatisch weniger davon. Das gilt auch, wenn ich nur eine einzige Person begleite.

    Am meisten fällt das auf, wenn ich dieselbe Strecke einmal allein und einmal mit Begleitung gehe. Die Ergebnisse unterscheiden sich auffällig.

    Ob ich mich in einer Gruppe Fotografen wohl fühlen würde, kann ich allerdings so nicht beurteilen. Ich bin selten mit anderen Menschen unterwegs, die ebenfalls fotografieren. Vorteil ist natürlich, ich könnte mich direkt über Motive und Aufnahme-Techniken austauschen. Nachteil: Es gäbe vermutlich mindestens weniger, möglicherweise auch schlechtere Bilder, weil’s halt wieder eine Ablenkung ist.

    Alleine klappt auch bei mir immer am besten.

  2. Hallo Holger, moin!

    Ich bin auch gerne allein (oder mit mein Liebsten, oder ein sehr gute Freund*in) unterwegs wenn ich fotografiere, also kann ich deine Probleme die du hier schreibst verstehen.
    Quer durch den Stadt und Stadtliche motieven fotografieren dass ist nicht so mein dass ist weit aus meine „Comfortzone“.

    Ich wünsche dir dass beste, tu was du dir traust.

    Ich hoffe dass das deutsch war was ich geschrieben habe.

    1. Liebe Madelief,

      vielen Dank für deinen Kommentar, es ist Deutsch wenn auch gewisse kleine Fehler drin sind, aber das macht gar nichts!

      Ich schicke dir über Mastodon den geänderten Text 😉

      Gruss

      Holger

  3. In einer ganzen Gruppe könnt ich auch nicht. Ich bin auch lieber allein unterwegs wo keiner sonst rum läuft.
    Mal mit ein oder zwei anderen die auch fotografieren geht, wenn es denn ruhige Vertreter sind 🙂 sonst eher nicht.

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