Depression: Triggergefahr! Wenn man die Lebenslust verliert.

Die aktuelle depressive Episode, die mich letzte Woche wieder so unerwartet erwischt hat, lässt langsam nach … sehr langsam. Und doch bin ich schon in der Lage wieder was zu dem Thema (m)eine Depression zu schreiben.

Diese aktuelle depressive Episode hat mich extrem hart getroffen. Nicht nur dass sie innerhalb von wenigen Minuten in voller Heftigkeit da war, sondern dass sie mich in die tiefe Dunkelheit zog, die ich glaubte, überwunden zu haben.

Depression ist eine Krankheit, das habe ich immer wieder gesagt. Nichts wofür man sich schämen muss. Ich weiß das es nicht leicht ist damit offen umzugehen. Je nach persönlicher Situation muss das auch nicht. Doch bei allen Gedanken, die mich seit letzter Woche umgetrieben haben, darf man eine Gefahr nicht außer Acht lassen. Ich rede davon, dass man die Lebenslust völlig verliert.

Meine Diagnose liegt schon über 10 Jahre zurück. Stationäre wie auch Ambulante Therapie liegen hinter mir, bzw. begleiten mich noch heute. Ich habe zwischenzeitlich akzeptiert, dass diese Krankheit ein Teil von mir ist. Die letzten zwei Jahre wurden auch die depressiven Schübe und Episoden nicht mehr ganz so heftig. Was ich der ambulanten Therapie und auch den Medikamenten zuschreibe. Die Depression war immer wieder da, aber „erträglicher“, was trotzdem sich Scheiße anfühlte.

Doch bei dieser aktuellen depressiven Episode wurde ich an den Rand des Ertragbaren gebracht. Die Frage wie lange ich das noch aushalte, wurde immer heftiger. Ich will nicht mehr! Gedanken an einen Suizid wurden langsam aber sicher immer deutlicher. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was gerade passiert wo ich das niederschreibe. Starker Druck auf der Brust, als wenn jemand mit 100kg darauf steht. Die Atmung flacht ab und ich … ich höre jetzt auf zu schreiben. Vielleicht kann ich später noch mal weiter machen.

2 Tage später: Die psychische Belastung beim Schreiben des Beitrages war so hoch, dass es mich wieder komplett aus der Bahn geworfen hat. Nur Gedanken zu sammeln, die ich aufschreiben möchte, brachten mich in eine brenzlige Situation. Nun versuche ich den Text fortzuführen und vielleicht auch zum Abschluss zu bringen.

Diese depressive Episode zeigte mir wieder auf, wie schlimm es sein kann und zu welchen katastrophalen Entscheidungen es kommen kann. Ich habe einen Therapeuten, den ich zu jeder Zeit anrufen kann, so als Notfalltelefon. Wenn dem nicht so wäre, hätte ich mich als suizidgefährdeten Menschen in eine Klinik einliefern lassen. Punkt. Das ich nach so langer Zeit noch mal in eine solche Situation kommen würde hätte ich nie gedacht, aber es war so.

Deswegen an euch Betroffene da draußen, holt euch Hilfe! Wenn es nicht anders geht, geht in eine Klinik, dabei ist es erst einmal unabhängig was für eine Klinik das ist. Es geht vordergründig darum das ihr aufgefangen werdet in eurem weiteren Fall in die Dunkelheit, alles andere entwickelt sich dann später. Nehmt die Warnung ernst und versucht es nicht allein „hinzubekommen“.

So, jetzt mache ich erst einmal wieder Pause. Vielleicht kommt noch mal ein zweiter Blogpost zu dieser mehr als beängstigende Situation. Vielleicht lasse ich es auch. Ich versuche jetzt erst einmal wieder langsam auf die Füße zu kommen.

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